Der Weinberglauf ist alles, nur nicht langweilig

Nur die von der Decke baumelnde Olympia-Fackel von 1972 hätte Markus Unsleber stoppen können. Doch als der 40-Jährige bei der Siegerehrung im Ramsthaler Sportheim unfreiwillig Kontakt aufnahm mit dem Stück Zeitgeschichte, war ja längst alles gelaufen. 37 Minuten und 40 Sekunden hatte der Sportler vom TV/DJK Hammelburg für die 10,4 Kilometer lange Strecke nur benötigt. Ein Jahr zuvor war der gebürtige Langendorfer noch beim Ironman auf Hawaii gestartet, den sich der Wülfershäuser in der Nacht zum Montag zumindest am Fernseher nicht entgehen ließ. Auf den Plätzen folgten Reinhart Vogler vom TV Bad Brückenau (44:01 Minuten), Oliver Koch (Garitz/46:17), Kurt Weinmann (TSV Rannungen/46:17) und Gerhard Fella (TV/DJK Hammelburg/47:38). Schnellste Frau war Ingeborg Joa vom TV/DJK Hammelburg mit ihrer Siegerzeit von 54:27 Minuten.

Auch wenn sich die Sonne versteckte im wolkenverhangenen Himmel über Ramsthal, passte es diesmal beim Weinberglauf, der in den vergangenen Jahren doch immer wieder zu leiden hatte unter den störrischen Wetterbedingungen. Trocken war es geblieben, und das war die Hauptsache für Sportler und Organisatoren.
Von der Teilnehmerzahl her überschaubar, aber in Sachen Qualität gut aufgestellt war der Hauptlauf durch die herrlich gefärbte Natur – mit reichlich Höhenmetern, für die der Weinberglauf eben steht. Kein Problem für Reinhart Vogler. Der ist als hochdekorierter Bergläufer selbstredend Spezialist im Klettern. Und hatte Spaß am Kräfte zehrenden Auf und Ab. „Die Strecke ist nicht langweilig, das gefällt mir. Vor allem der Blick von den Weinbergen runter auf Ramsthal ist klasse“, sagte der Läufer vom TV Bad Brückenau, der die Veranstaltung als Vorbereitung auf den Kreuzberglauf an diesem Wochenende nutzte, gleichbedeutend mit den unterfränkischen Berglauf-Meisterschaften. 50 bis 60 Kilometer legt Reinhart Vogler, Jahrgang 1950, in der Woche zurück. Und will auch in diesem Winter wieder an der Winterlauf-Serie in Goldbach teilnehmen, wo der TV-Läufer Seriensieger in seiner Altersklasse ist. „Das ist ein wunderbarer und bestens organisierter Lauf. Schade, dass es diese Terminüberschneidung mit dem Rhön-Grabfeld-Cup in Hausen in der Rhön gegeben hat. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn es den Weinberglauf auch nächstes Jahr wieder gibt“, sagte stellvertretend für die Laufkollegen Detlef Liehr vom TSV Bad Kissingen, der die M-60 in 54:47 Minuten gewann.

Die Kollision mit dem RGC-Cup störte auch Chef-Organisator Edwin Metzler. „Unser Lauf war schon eher terminiert. Das ist schade und hat uns sicher einige Läufer gekostet. Definitiv hätte der Hauptlauf mehr als die 30 Teilnehmer verdient gehabt.“ Perfekt ausgeschildert war der Weinberglauf. Und perfekt abgesichert durch die örtliche Feuerwehr und das Rote Kreuz. Für die Verpflegung an der Strecke und im Sportheim sorgten viele gute Geister aus der Laufabteilung des SV Ramsthal. „Am Herzen liegt uns vor allem der Nachwuchs. Deswegen gibt es diesen Lauf doch hauptsächlich“, sagte Edwin Metzler bei der Siegerehrung, wo auch die Besten aus Jugend- und Hobbylauf, Schülerlauf, Bambinlauf und Walking mit Präsenten, Urkunden und reichlich Beifall ausgezeichnet wurden.
Ergebnisse zum Weinberglauf finden sich im Internet unter sv-ramsthal.de.

Quelle: inFranken.de

Oktober 20, 2015

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.